Am 1. September 2026 stellt Google Ads alle Suchkampagnen, die automatisch erstellte Assets (ACA) und/oder die Keyword-Option „weitgehend passend“ auf Kampagnenebene nutzen, selbsttätig auf AI Max für Suchkampagnen um. Bei ACA-Kampagnen werden dabei Suchbegriffabgleich und Textanpassung aktiviert, bei Broad-Match-Kampagnen der Suchbegriffabgleich.
Beide Funktionen lassen sich in den Kampagneneinstellungen einzeln abschalten — aber nur, wenn jemand vorher nachsieht.
Diese Anleitung sagt, welche Konten betroffen sind, wie Sie das in zwei Minuten prüfen, was die einzelnen Funktionen tatsächlich tun und für welche Art von Konto sich das Abschalten lohnt. Alle Angaben stammen aus Googles eigener Dokumentation und aus der Mitteilung, die Google im August 2026 an Werbetreibende verschickt hat.
Was sich am 1. September ändert
Google hat Werbetreibende per E-Mail informiert. Der entscheidende Satz lautet sinngemäß: Ab dem 1. September 2026 werden Suchkampagnen, die automatisch erstellte Assets und/oder die Einstellung „weitgehend passend“ auf Kampagnenebene verwenden, automatisch auf AI Max für Suchkampagnen umgestellt.
Zwei Dinge daran sind wichtig. Erstens betrifft es ausschließlich Suchkampagnen — Performance Max, Display und Video bleiben unberührt. Zweitens ist es eine Opt-out-Umstellung: Sie passiert von selbst, wenn niemand widerspricht. Wer im August nicht hineinsieht, findet im September ein anderes Konto vor als das, das er eingerichtet hat.
| Ihre heutige Einstellung | Was aktiviert wird | Wirkung |
|---|---|---|
| Automatisch erstellte Assets (ACA) | Suchbegriffabgleich und Textanpassung | Andere Suchanfragen und anderer Anzeigentext |
| „Weitgehend passend“ auf Kampagnenebene | Suchbegriffabgleich | Andere Suchanfragen |
| Beides zusammen | Suchbegriffabgleich und Textanpassung | Beides |
| Weder noch | Nichts | Kampagne bleibt unverändert |
Was am 1. September je nach Ausgangslage aktiviert wird. Quelle: Mitteilung von Google an Werbetreibende, wiedergegeben von Search Engine Land am 06.08.2026.
Wer betroffen ist — und wie Sie es prüfen
Die Prüfung dauert länger zu beschreiben als durchzuführen. Es geht um zwei Einstellungen, beide auf Kampagnenebene.
- Automatisch erstellte Assets: Kampagnen öffnen, eine Suchkampagne auswählen, Reiter Einstellungen. Steht dort „Automatisch erstellte Assets“ mit einem Haken, ist die Kampagne betroffen.
- Weitgehend passend auf Kampagnenebene: in denselben Einstellungen. Diese Option schaltet alle Keywords der Kampagne auf weitgehend passend, unabhängig davon, wie die einzelnen Keywords angelegt sind.
- Beides notieren, je Kampagne. Bei mehreren Konten lohnt eine Liste: Konto, Kampagne, ACA ja/nein, Broad Match ja/nein. Genau diese Liste ist im September die Grundlage jeder Fehlersuche.
Wer viele Konten betreut, sollte diesen Durchgang vor dem 25. August abgeschlossen haben. Die Umstellung fällt in die letzte Ferienwoche, und ein Konto, das sich am 1. September verändert, während der Verantwortliche im Urlaub ist, fällt erst auf, wenn die Zahlen des Monats vorliegen.
Die drei Funktionen im Einzelnen
AI Max ist kein einzelner Schalter, sondern ein Bündel. Google beschreibt es als System, das „viele Targeting- und Creative-Funktionen“ enthält und Anzeigen „in Echtzeit mithilfe von Google AI optimiert“. Für die Umstellung am 1. September sind drei Bestandteile relevant.
Suchbegriffabgleich
Laut Googles Dokumentation nutzt diese Funktion „weitgehend passende Keywords sowie Asset- und Landingpage-basierte Technologien, um die Kampagnenreichweite zu verbessern“. Im Klartext: Ihre Keywords sind nicht mehr die einzige Grundlage der Auslieferung. Auch die Texte Ihrer Anzeigen und der Inhalt Ihrer Landingpages entscheiden mit darüber, bei welchen Suchanfragen Sie erscheinen.
Für Konten mit sauber abgegrenzten Keyword-Sets ist das der spürbarste Eingriff. Die Reichweite wächst, und mit ihr der Anteil an Anfragen, die niemand ausgewählt hat.
Textanpassung
Hier wird „Text aus Ihren Anzeigen, Landingpages und Assets sowie generative KI verwendet, um personalisierten Anzeigentext zu erstellen, der auf die Suchanfrage eines Nutzers abgestimmt ist“. Das ist die weitreichendere der beiden Funktionen: Es entsteht Anzeigentext, den niemand im Unternehmen geschrieben und niemand freigegeben hat.
Endgültige URL-Erweiterung
Sie „leitet Traffic an die relevantesten URLs auf Ihrer Website weiter, wenn eine Leistungssteigerung wahrscheinlich ist“. Diese Funktion gehört zu AI Max, wird bei der Umstellung am 1. September aber nicht als Standard genannt. Wer AI Max ohnehin einrichtet, sollte sie trotzdem bewusst entscheiden.
Wo das eigentliche Risiko liegt
Die Diskussion über AI Max dreht sich meist um Kosten und Streuverluste. Das ist die kleinere Frage, weil sie sich messen und korrigieren lässt. Die größere Frage ist die Textanpassung — und sie ist keine Performance-, sondern eine Haftungsfrage.
Generativ erzeugter Anzeigentext entsteht aus dem, was auf der Landingpage steht, kombiniert mit der Suchanfrage. In Branchen mit geregelter Werbesprache ist genau das der Punkt, an dem es teuer wird:
- Nahrungsergänzung und Lebensmittel: Nach der EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (Verordnung (EG) Nr. 1924/2006) darf nur mit Aussagen geworben werden, die zugelassen sind. Ein System, das eine zugelassene Formulierung von der Landingpage nimmt und sie auf die Suchanfrage „hilft gegen Müdigkeit“ zuschneidet, kann daraus eine nicht zugelassene Aussage machen.
- Medizinprodukte und Gesundheit: Zweckbestimmung und Werbeaussagen sind an die Zulassung gebunden. Eine umformulierte Überschrift ist juristisch eine neue Werbeaussage.
- Finanzdienstleistungen: Pflichtangaben und Risikohinweise stehen in einem festen Verhältnis zur Werbeaussage. Ein Text, der die Aussage verändert, verändert auch dieses Verhältnis.
- Fremde Marken im Sortiment: Wer Produkte anderer Hersteller führt, hat oft vertragliche Vorgaben, wie deren Namen genannt werden dürfen — und wie nicht.
Dazu kommt der einfachere Fall, der jeden Händler betrifft: Ein Text, der aus der Landingpage abgeleitet wird, kann Produkte, Größen oder Konditionen benennen, die es so nicht mehr gibt. Der Klick wird bezahlt, das Versprechen ist nicht einlösbar.
Google liefert die Kontrolle mit: Wird die Textanpassung deaktiviert, „werden die dadurch generierten Assets nicht mehr in Anzeigen verwendet“. Der Schalter wirkt also rückwirkend auf die Auslieferung, nicht erst auf künftige Texte.
Welche Kontrollen Google mitliefert
Die Umstellung ist automatisch, die Funktionen sind es nicht. Googles Dokumentation hält ausdrücklich fest, dass die beiden Funktionen zwar automatisch aktiviert werden, sich aber „in den Kampagneneinstellungen einzeln deaktivieren“ lassen. Dazu kommen zwei Kontrollen, die weniger bekannt sind:
| Kontrolle | Was sie tut | Ebene |
|---|---|---|
| Suchbegriffabgleich | Ein- und ausschaltbar | Kampagne |
| Textanpassung | Ein- und ausschaltbar; deaktiviert werden generierte Assets nicht mehr ausgeliefert | Kampagne |
| Markeneinstellungen | Legen fest, mit welchen Marken die Anzeigen in Verbindung gebracht werden sollen | Kampagne und Anzeigengruppe |
| URL-Ausschlüsse | Verhindern, dass bestimmte URLs als Landingpage verwendet werden | Kampagne |
Die vier Stellschrauben, die vor und nach der Umstellung zur Verfügung stehen.
Die Markeneinstellungen sind für Händler mit Fremdmarken und für Unternehmen mit Markenschutzauflagen der wichtigere Hebel — wichtiger als das pauschale Abschalten. Die URL-Ausschlüsse gehören zu jeder Website mit Seiten, die keine Landingpage sein sollen: Karriere, Impressum, Support-Artikel, ausgelaufene Aktionen.
Entscheidungsraster: lassen oder abschalten
Es gibt keine Antwort, die für alle Konten gilt. Es gibt aber vier Fälle, die sich klar unterscheiden.
| Art des Kontos | Suchbegriffabgleich | Textanpassung |
|---|---|---|
| Breites Sortiment, große Nachfrage, wenig Regulierung | Lassen — hier holt die Reichweite meist mehr als sie kostet | Lassen, aber die generierten Texte in den ersten zwei Wochen prüfen |
| B2B mit engem Fachvokabular | Testen, nicht blind lassen — Fachbegriffe erzeugen leicht falsche Nachbarschaften | Abschalten — Fachsprache verträgt keine Umformulierung |
| Geregelte Werbesprache (Gesundheit, Finanzen, Lebensmittel) | Testen mit engem Ausschlusslisten-Regime | Abschalten — Haftungsfrage, keine Performance-Frage |
| Händler mit Fremdmarken | Lassen, mit Markeneinstellungen absichern | Abschalten oder streng über Markeneinstellungen begrenzen |
Vier Ausgangslagen und die jeweils naheliegende Entscheidung. In allen Fällen gilt: entscheiden, nicht geschehen lassen.
Wer sich nicht entscheiden kann, hat eine dritte Möglichkeit: die Funktion in einer Kampagne aktiv lassen und in der vergleichbaren Nachbarkampagne abschalten. Zwei Wochen Daten sagen mehr als jede Vorabdiskussion — vorausgesetzt, der Vergleich läuft, bevor die Umstellung alle Kampagnen gleichzeitig erfasst.
So schalten Sie die Textanpassung ab
Der Weg steht in Googles Hilfe und ist kurz:
- Im Menü Kampagnen auf Kampagnen klicken.
- Oben den Reiter Einstellungen öffnen und die zu bearbeitenden Kampagnen ankreuzen.
- AI Max auswählen.
- Im Bereich Asset-Optimierung das Häkchen bei Textanpassung entfernen.
- Auf Speichern klicken.
Für den Suchbegriffabgleich gilt derselbe Weg über die AI-Max-Einstellungen der Kampagne. Beide Änderungen lassen sich für mehrere Kampagnen gleichzeitig vornehmen — was den Unterschied macht, wenn ein Konto dreißig Kampagnen hat.
Der zweite Termin: 17. August
Zwei Wochen vor der Umstellung tritt eine Änderung am Smart Bidding in Kraft. Google beschreibt sie so, dass budgetbegrenzte Kampagnen dadurch berechenbarer werden sollen.
Für die Praxis heißt das vor allem eines: Wer die Wirkung der AI-Max-Umstellung sauber messen will, hat im August zwei Veränderungen in den Daten und nicht eine. Ein Vorher-Nachher-Vergleich, der den 17. August überspannt, misst beides gleichzeitig. Wer testen will, sollte den Test vor dem 15. August starten und das Datum im Verlauf markieren.
Häufige Fragen
Muss ich vor dem 1. September etwas tun?
Nur, wenn Ihre Suchkampagnen automatisch erstellte Assets oder „weitgehend passend“ auf Kampagnenebene nutzen. Trifft beides nicht zu, ändert sich nichts. Die Prüfung dauert pro Kampagne unter einer Minute und sollte trotzdem stattfinden — sie ist die Grundlage jeder späteren Fehlersuche.
Kann ich AI Max nach der Umstellung wieder abschalten?
Die einzelnen Funktionen ja: Suchbegriffabgleich und Textanpassung lassen sich laut Googles Dokumentation in den Kampagneneinstellungen einzeln deaktivieren. Wird die Textanpassung deaktiviert, werden die dadurch generierten Assets nicht mehr in Anzeigen verwendet.
Werden dadurch meine Anzeigentexte ersetzt?
Ihre eigenen Anzeigentexte bleiben bestehen. Die Textanpassung erzeugt zusätzliche, auf die jeweilige Suchanfrage zugeschnittene Varianten aus Anzeigen, Landingpages und Assets. Sichtbar wird für den Nutzer eine dieser Varianten.
Was passiert mit meinen Keywords?
Sie bleiben. Der Suchbegriffabgleich ergänzt sie um Auslieferungen, die auf Assets und Landingpage-Inhalten beruhen. Die Kampagne erscheint dadurch bei Suchanfragen, die in keinem Keyword stehen.
Betrifft die Umstellung auch Performance Max?
Nein. Die angekündigte Migration betrifft ausschließlich Suchkampagnen. Performance Max hat eine eigene Textanpassung, die davon unberührt bleibt.
Wie merke ich, ob die Umstellung stattgefunden hat?
In den Kampagneneinstellungen erscheint der Bereich AI Max mit den aktivierten Funktionen. In den Berichten zeigt sich die Umstellung an neuen Suchbegriffen, die zu keinem hinterlegten Keyword passen — und, bei aktiver Textanpassung, an Anzeigentexten, die so niemand angelegt hat.
Quellen
- Google Ads-Hilfe — Funktionsweise von AI Max für Suchkampagnen (abgerufen am 10.08.2026)
- Google Ads-Hilfe — Textanpassung in Suchkampagnen aktivieren oder deaktivieren (abgerufen am 10.08.2026)
- Search Engine Land, 06.08.2026 — Google to auto-upgrade automatically created assets to AI Max
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel
Wenn Sie den Durchgang nicht selbst machen wollen
Die Prüfung ist kein Hexenwerk, aber sie kostet Zeit — und sie muss vor dem 1. September stattfinden. Wer mehrere Konten betreut oder im August nicht dazu kommt, kann den Durchgang abgeben: Wir sehen die Kampagnen durch, halten je Konto fest, was am 1. September aktiviert würde, und schlagen für jede Kampagne eine Entscheidung vor.
Wie wir sonst arbeiten, steht auf der Seite zur Suchmaschinenwerbung. Wer zusätzlich wissen will, wie sich Sichtbarkeit in KI-Antworten messen lässt, findet das im Ratgeber KI-Sichtbarkeit messen.