Indexierung bezeichnet die Aufnahme einer Seite in den Datenbestand einer Suchmaschine. Erst indexierte Seiten können in Suchergebnissen erscheinen — abgerufen zu werden genügt nicht.
Zwischen Crawling und Indexierung liegt eine Entscheidung. Die Suchmaschine wertet den abgerufenen Inhalt aus und beurteilt, ob er aufgenommen wird. Ein erheblicher Teil aller abgerufenen Seiten wird verworfen — meist wegen fehlenden eigenständigen Werts, nicht wegen eines technischen Fehlers.
Was zwischen Abruf und Aufnahme geschieht
Der Inhalt wird verarbeitet: Text wird ausgelesen, Struktur erkannt, gegebenenfalls JavaScript ausgeführt, Bedeutung zugeordnet und mit bereits Bekanntem abgeglichen. Bei nahezu gleichen Inhalten wird eine Fassung als maßgeblich bestimmt — die kanonische — und nur diese aufgenommen. Die Wahl trifft die Suchmaschine; eine Angabe im Quelltext ist ein Hinweis, keine Anweisung.
Häufige Gründe für Nichtaufnahme
- Kein eigenständiger Wert. Der häufigste Fall. Die Seite ist erreichbar und fehlerfrei, bietet aber nichts, was nicht anderswo bereits besser vorhanden wäre.
- Doppelter Inhalt. Mehrere Adressen mit nahezu gleichem Text — durch Parameter, Druckansichten, Sortierungen oder Varianten mit und ohne abschließenden Schrägstrich.
- Ausdrückliche Sperre. Eine
noindex-Angabe schließt die Aufnahme aus. Zu beachten: Sie wirkt nur, wenn die Seite abgerufen werden darf — eine gleichzeitig in der robots.txt gesperrte Seite wird nie gelesen und die Anweisung folglich nie gesehen. - Dünne oder automatisch erzeugte Seiten. Übersichten ohne eigenen Text, leere Kategorien, generierte Ortsseiten mit ausgetauschtem Ortsnamen.
Die technischen Möglichkeiten, eine Aufnahme zu verhindern, beschreibt Google in der Dokumentation zum Ausschluss von der Indexierung.
Wieder aus dem Index heraus
Soll eine Seite verschwinden, entscheidet die gewählte Antwort über die Geschwindigkeit. Ein 404 teilt mit, dass die Seite derzeit nicht gefunden wurde — die Suchmaschine prüft über Wochen bis Monate erneut. Ein 410 teilt mit, dass sie dauerhaft entfernt wurde, und führt deutlich schneller zur Entfernung.
Für kleine Bereinigungen ist der Unterschied unerheblich. Bei großen Mengen — etwa nach dem Abbau eines Altsystems oder nach der Bereinigung eines Sicherheitsvorfalls, bei dem massenhaft fremde Adressen erzeugt wurden — entscheidet er über Monate. Ergänzend beschleunigt die Entfernungsfunktion der Search Console die Ausblendung, sie wirkt jedoch nur befristet und ersetzt die Serverantwort nicht.
Was die Zahl der indexierten Seiten aussagt
Wenig — jedenfalls für sich genommen. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen indexierten und tatsächlich vorhandenen Seiten. Weicht die Zahl deutlich nach oben ab, existieren Adressen, die niemand angelegt hat: Parameterkombinationen, Reste früherer Systeme oder Fremdeinträge. Liegt sie deutlich darunter, werden vorhandene Inhalte nicht als aufnahmewürdig beurteilt.
Beide Abweichungen sind Anlass zur Prüfung, aber mit gegensätzlichen Konsequenzen: Im ersten Fall geht es ums Aufräumen, im zweiten um die Inhalte selbst.
Prüfung im Einzelfall
Für eine einzelne Adresse gibt die URL-Prüfung der Search Console verlässlich Auskunft: ob die Seite aufgenommen ist, wann sie zuletzt abgerufen wurde, welche Fassung als maßgeblich gilt und was ein Live-Abruf derzeit zurückgibt. Der Live-Abruf ist dabei der aussagekräftigste Teil, weil er den Server im Moment der Prüfung befragt und damit auch zeigt, ob Besuchern und Suchmaschinen dasselbe ausgeliefert wird.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Aufnahme einer neuen Seite?
Von wenigen Stunden bis zu mehreren Wochen. Maßgeblich sind interne Verlinkung, Aufnahme in die Sitemap und die bisherige Erfassungshäufigkeit der Domain. Eine verbindliche Frist gibt es nicht, und Fristzusagen sind ein Warnzeichen.
Was tun, wenn eine wichtige Seite nicht aufgenommen wird?
Zunächst den Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console lesen — er nennt den Grund. Bei „gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“ liegt es fast nie an der Technik, sondern am eigenständigen Wert des Inhalts.
Ist eine Seite ohne Index für KI-Systeme unsichtbar?
Nicht zwangsläufig. KI-Systeme greifen teils auf eigene Bestände zu und rufen Seiten auch unmittelbar ab. Die technischen Voraussetzungen überschneiden sich jedoch weitgehend: Was abrufbar und verständlich aufgebaut ist, wird auch dort verarbeitet.
Sollten alle Seiten indexiert werden?
Nein. Interne Suchergebnisse, Anmeldeseiten, Dankeseiten und technische Duplikate gehören nicht in den Index. Eine bewusst begrenzte Auswahl aussagekräftiger Seiten ist besser als ein aufgeblähter Bestand.